Zum Hauptinhalt springen
Mobile Unfalldaten Erhebung

Mobilitätswende gemeinsam gestalten

Ein gemeinsamer Raum für Austausch, Wissen und Praxis.
Menschen, Möglichkeiten und Erfahrungen vernetzen sich, damit aus guten Ideen konkrete Bewegung wird – für eine nachhaltige Mobilität in der Region Hannover.

Einloggen

Vollen Zugang zum Netzwerk und Fachwissen

Wissen, Verkehrssicherheit

Unfalldaten Radverkehr

Was die Zahlen über Verkehrssicherheit in der Region erzählen

Verkehrssicherheit lässt sich nicht erahnen, sie lässt sich zählen. Das Mobilnetzwerk wertet die polizeilichen Unfalldaten für die Region Hannover fortlaufend aus. Leitgedanke ist die Vision Zero: Niemand soll im Straßenverkehr getötet oder schwer verletzt werden.

Ab sofort geben wir euch hier jeden Monat einen Einblick in diese Auswertungen. Jede Ausgabe nimmt sich ein Thema vor: eine Gruppe von Verkehrsteilnehmenden, eine Verkehrsart, einen Unfalltyp. Den Anfang macht der Radverkehr — was die Region dort vorhat, steht im Überblick zum Radverkehr.

Die Unfalldatenbank ist jetzt direkt nutzbar

Und noch etwas ist neu: Ihr könnt die Zahlen ab 2011 selbst abfragen, nach Kategorien filtern und für eure Kommune auswerten — ohne Umweg über uns.

Zur Unfalldatenbank: unfall-db.ggr-planung.de

Mehr Unfälle mit Rad, gleich viele insgesamt

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden ist in der Region seit 2011 weitgehend konstant geblieben. Die Zahl der Unfälle mit Radverkehrsbeteiligung ist es nicht. Lag ihr Anteil 2011 bis 2015 noch bei rund 35 Prozent, stieg er ab 2016 deutlich an und erreichte 2020 mit 49 Prozent und knapp 2.200 Unfällen seinen Höchststand. 2024 und 2025 sind es rund 41 Prozent und knapp 2.000 Unfälle — etwa 20 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2011 bis 2015.

Unfälle mit RadverkehrsbeteiligungGestapelte Säulen 2011 bis 2025 für die Region Hannover. Die Unfälle mit Radverkehrsbeteiligung und Personenschaden steigen von 1.665 im Jahr 2011 auf einen Höchstwert von 2.180 im Jahr 2020 und liegen 2025 bei 1.969. Der Mittelwert der Jahre 2011 bis 2015 von 1.650 Unfällen ist als Referenzlinie eingezeichnet.Verkehrsunfälle mit Personenschaden nach Unfallkategorie · Region Hannover 2011–2025mit Leichtverletztenmit Schwerverletztenmit GetötetenØ 2011–20151.2002.400020111.6652012201320142015201620172018201920202.180202120222023202420251.969Ø 2011–2015 · 1.650 UnfälleAlles Orange über der türkisen Linie ist die Zunahme gegenüber 2011–2015.Datengrundlage: polizeiliche Unfalldaten Region Hannover ohne BAB, 2011–2025 · Mobilnetzwerk Hannover

Zu Schaden kommen fast immer die Radfahrenden selbst

Bei Unfällen mit Radbeteiligung sind knapp 95 Prozent der Verunglückten Radfahrende — sowohl insgesamt als auch bei den Schwerverletzten und Getöteten. Unter den übrigen fünf Prozent stellen zu Fuß Gehende die größte Gruppe, im Schnitt rund 75 Verunglückte im Jahr. Dieses Verhältnis ist über die gesamten fünfzehn Jahre stabil.

Eine Person steigt an einer Fahrradabstellanlage auf ihr Rad.

Die Schwerverletzten sind zurück auf altem Niveau, die Leichtverletzten nicht

2020 war auch hier das Spitzenjahr: 30 bis 40 Prozent über den Werten von 2011 bis 2015. Danach ging die Zahl der schwer verletzten und getöteten Radfahrenden bis 2024/25 wieder etwa auf das Ausgangsniveau zurück. Bei den Leichtverletzten verlief der Rückgang deutlich schwächer — ihre Zahl liegt heute fast ein Viertel höher als 2011 bis 2015.

Bei den schwersten Unfällen lohnt der genaue Blick: 2025 gab es zehn Verkehrsunfälle mit Radverkehrsbeteiligung, bei denen ein Mensch ums Leben kam. Das ist der höchste Wert im gesamten Auswertungszeitraum seit 2011.

Unfälle mit getöteten PersonenLollipop-Diagramm 2011 bis 2025 für die Region Hannover. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Radverkehrsbeteiligung, bei denen ein Mensch ums Leben kam, schwankt zwischen drei und zehn. 2025 ist mit zehn Unfällen der höchste, 2024 mit drei der niedrigste Wert des Zeitraums.Verkehrsunfälle mit Radverkehrsbeteiligung, bei denen ein Mensch ums Leben kam · Region Hannover72011720127201392014420157201682017720187201982020420215202282023320241020252025 waren es zehn — der höchste Wert im gesamten Auswertungszeitraum.In der Säulengrafik oben sind sie 0,5 Prozent: unsichtbar.Datengrundlage: polizeiliche Unfalldaten Region Hannover ohne BAB, 2011–2025 · Mobilnetzwerk Hannover

Pedelecs verändern das Bild

Bis 2014 lag der Anteil der Pedelec-Nutzenden an allen verunglückten Radfahrenden unter fünf Prozent. In den Jahren 2023 bis 2025 sind es 22 Prozent — und bei den schwer verletzten und getöteten Radfahrenden sogar 32 Prozent. Pedelecs sind schneller und schwerer, das schlägt in der Unfallschwere durch.

Und das Alter

Der Anteil der Seniorinnen und Senioren an den verunglückten Radfahrenden ist von 18 bis 19 Prozent (2011 bis 2015) auf rund 23 Prozent gestiegen. Bei den schwer verletzten und getöteten Radfahrenden liegt er heute bei über 40 Prozent — 2011 bis 2015 waren es rund 32 Prozent. Ältere Menschen sind verletzlicher, und beides zusammen wiegt schwer: Über 70 Prozent der schwer verletzten und getöteten Pedelec-Nutzenden sind 65 Jahre und älter.

Wer verunglücktBalkenpaare zu den Anteilen an den verunglückten Radfahrenden in der Region Hannover. Der Anteil der Pedelec-Nutzenden steigt von unter fünf Prozent bis 2014 auf 22 Prozent in den Jahren 2023 bis 2025 und liegt bei den Schwerverletzten und Getöteten bei 32 Prozent. Der Anteil der Seniorinnen und Senioren ab 65 steigt von 18 bis 19 Prozent auf 23 Prozent und liegt bei den Schwerverletzten und Getöteten über 40 Prozent.Anteile an den verunglückten Radfahrenden · Region HannoverPedelec-Nutzendebis 2014unter 5 %2023–202522 %Anteil bei Schwerverletzten und Getöteten32 %0 %50 %Seniorinnen und Senioren (65+)2011–201518–19 %2024/202523 %Anteil bei Schwerverletzten und Getötetenüber 40 %0 %50 %Datengrundlage: polizeiliche Unfalldaten Region Hannover ohne BAB, 2011–2025 · Mobilnetzwerk Hannover

Der auffälligste Befund: Alleinunfälle

Wer denkt, das Risiko liege vor allem im Autoverkehr, findet in den Daten etwas anderes. Die Zahl der Verunglückten bei Alleinunfällen — Stürze ohne weitere Beteiligte — liegt seit 2020 etwa beim Dreifachen der Jahre 2011 bis 2015. Bei den schwer verletzten und getöteten Radfahrenden lag sie 2020 fast zweieinhalbmal so hoch wie im Vergleichszeitraum, 2024/25 immer noch um fast 80 Prozent darüber.

Bei Unfällen mit Kraftfahrzeugen dagegen ist die Zahl der schwer verletzten und getöteten Radfahrenden gesunken: 2024/25 liegt sie mehr als 25 Prozent unter den Werten von 2011 bis 2015.

Was steigt, was sinktBalkendiagramm der Veränderung 2024/2025 gegenüber dem Mittelwert 2011 bis 2015. Alle Unfälle mit Radbeteiligung plus 20 Prozent, leichtverletzte Radfahrende plus 24 Prozent, schwerverletzte und getötete Radfahrende unverändert, davon bei Alleinunfällen plus 80 Prozent, bei Unfällen mit Kraftfahrzeugen minus 26 Prozent.Veränderung 2024/2025 gegenüber dem Mittelwert der Jahre 2011–2015−40 %−20 %0 %+20 %+40 %+60 %+80 %Alle Unfälle mit Radbeteiligung+20 %Leichtverletzte Radfahrende+24 %Schwerverletzte + getötete Radfahrende± 0 %… davon bei Alleinunfällen+80 %… davon bei Unfällen mit Kfz−26 %Bei Unfällen mit Autos werden heute weniger Radfahrende schwer verletzt oder getötet als vor fünfzehn Jahren.Bei Alleinunfällen fast doppelt so viele.Datengrundlage: polizeiliche Unfalldaten Region Hannover ohne BAB, 2011–2025 · Mobilnetzwerk Hannover

Was sich bei den Unfalltypen verschiebt

Zugenommen haben Fahrunfälle, Unfälle im Längsverkehr und sonstige Unfälle. Konstant geblieben sind Abbiege-Unfälle, Überschreiten-Unfälle und Unfälle durch ruhenden Verkehr. Deutlich zurückgegangen sind Einbiegen- und Kreuzen-Unfälle. Bei Pedelec-Nutzenden fallen Fahrunfälle und sonstige Unfälle nochmals stärker ins Gewicht.

Was das für die Kommunen heißt

Die Daten zeigen, wo Maßnahmen greifen und wo nicht. Dass an Kreuzungen weniger passiert, spricht für die Arbeit der letzten Jahre. Dass immer mehr Menschen ohne fremde Beteiligung stürzen, verweist auf andere Stellschrauben: Oberflächen, Führung, Beleuchtung, Baustellen — und auf Angebote für Menschen, die mit einem schnelleren Rad unterwegs sind, als sie es gewohnt waren. Was daraus für die Zusammenarbeit zwischen Region und Kommunen folgt, erklärt Radverkehrskoordinatorin Sina Wenning im Gespräch.

Ihr wollt die Zahlen für eure Kommune sehen?

Die Unfalldatenbank ist offen: unfall-db.ggr-planung.de. Wenn ihr bei der Auswertung Unterstützung braucht, meldet euch bei uns.

Grundlage: Auswertung der polizeilichen Unfalldaten für die Region Hannover ohne Bundesautobahnen, Zeitraum 2011 bis 2025. Kurzbericht „Entwicklung des Unfallgeschehens in der Region Hannover — Fokusthema Radverkehr", Stand 21. August 2026.

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um Kommentare zu sehen und hinzuzufügen.