Gertz Gutsche Rümenapp GbR

Jede*r Schwerverletzte und Tote auf der Straße ist eine*r zu viel.
In den letzten Jahren konnten die Zahlen der Getöteten und Verletzten nicht im gleichen Maße weiter reduziert werden wie in der Vergangenheit. Selbst wenn jährliche Schwankungen außer Acht gelassen werden, stagniert die Zahl der getöteten und schwerverletzten Personen in der Region Hannover bestenfalls – und teilweise ist in den letzten Jahren ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Dieser Trend ist unabhängig von der Ortslage zu erkennen und verdeutlicht die Notwendigkeit zum Handeln.

Stadt und Land: Allgemeine Unfalldaten

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Fast 60 % aller Verunglückten wurden bei Unfällen im Stadtgebiet von Hannover verletzt. Weitere 20% der Verunglückten in den unmittelbar angrenzenden Kommunen. Die Unfälle mit getöteten und schwerverletzten Personen ereignen sich hingegen oft im ländlichen Raum. Dabei liegt eine weitgehend flächige Verteilung über das gesamte Gebiet der Region Hannover vor.

Gefahrensituationen

Es wurden Detailanalysen zu verschiedenen Unfallarten und -charakteristika ausgewertet und aus den Ergebnissen wesentliche Handlungsfelder umrissen, die sich in vielen Fällen überlagern.

Kfz-Streckenunfälle

Schwere Unfälle mit Getöteten und Schwerverletzten. Überdurchschnittlich häufig am Wochenende sowie in den Abendstunden. Hohe Bedeutung der Alleinunfälle und der Baumunfälle.

Vorfahrtsmissachtungen zwischen Kfz

Jeweils die Hälfte der Unfälle im Stadtgebiet Hannover und im Umland. 80% dieser Unfälle passieren innerorts. Insbesondere Unfalltyp Einbiegen/Kreuzen und Abbiege-Unfälle.

Vorfahrtsmissachtungen zwischen zu Fuß Gehenden/Radfahrenden und Kfz

Ca. 2/3 der Unfälle innerhalb Hannovers, 1/3 in den übrigen Kommunen der Region. 85% der Verunglückten sind Radfahrende. Hauptschuldige in den meisten Fällen die Kfz-Fahrenden.

Linksseitiger Radverkehr innerorts

Überwiegender Teil der Unfälle ereignet sich an Kreuzungen, Einmündungen, Zufahr ten und resultiert aus Konflikten zwischen abbiegenden oder kreuzenden Kfz. Unterdurchschnittliche Verunglücktenzahlen an den Wochenenden.

Fahrbahnquerung von zu Fuß Gehenden und Radfahrenden innerorts

Schwere Unfallfolgen überdurchschnittlich oft im November, Januar und Mai. Die meisten Verunglückten sind zu Fuß Gehende, die auch schwerer verunglücken.

Zu Fuß Gehende/Radfahrende: Straßenbahnunfälle innerorts

Unfallorte sowohl auf freien Streckenabschnitten der Stadtbahn als auch an Haltestellen (90% in Hannover). Hauptunfallursache ist falsches Verhalten beim Überschreiten der Gleiskörper.

Ursachen und Verkehrsteilnehmergruppen

Bei einem Unfall können unterschiedliche Unfallursachen zusammenkommen und mehrere Verkehrsteilnehmergruppen beteiligt sein. Die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmergruppen spielen in jedem Handlungsfeld eine Rolle und sind themenübergreifend zu behandeln.

Unfallursache: Alkohol

8% aller Getöteten und Schwerverletzten in der Region verunglücken bei Unfällen, bei denen Alkohol eine Rolle gespielt hat. 80% dieser Unfälle passieren innerorts. Deutliche Konzentration auf das Wochenende, überwiegend abends und nachts. Das Handlungsfeld betrifft alle Verkehrsteilnehmende und Verkehrsarten; besondere Relevanz hat es beim Kfz- und beim Radverkehr.

Unfallursache: Geschwindigkeit

Unfälle mit Getöteten oder Schwerverletzten v.a. außerorts, sonst überwiegend innerorts Unfälle. Unfallverursacher in erster Linie Kfz-Verkehr, als Opfer betroffen sind alle Verkehrsarten.

Verkehrsteilnehmergruppe: Kinder

90% der Unfallorte liegen innerorts. Zahl der verunglückten Kinder nimmt mit dem Alter zu, überdurchschnittlich häufig verunglücken 7-11-Jährige (Jungen oft als Radfahrer, Mädchen als Fußgängerinnen).

Verkehrsteilnehmergruppe: Junge Erwachsene

Als Pkw-Fahrende häufiger Hauptverursacher und häufig bei Allein- und Fahrunfällen (Unfallursachen: v.a. nicht angepasste Geschwindigkeit und Alkohol). Unfälle mit Getöteten überwiegend im Umland und außerorts (75%).

Verkehrsteilnehmergruppe: Krad und Kfz

Unfallorte liegen überwiegend innerorts (85%). In den meisten Fällen überdurchschnittlich schwere Unfallfolgen. Hoher Anteil der Jungen Erwachsenen an Verunglückten.

Verkehrsteilnehmergruppe: Seniorinnen und Senioren

85% der Unfallorte liegen innerorts. Unfallspitze zwischen 10 bis 12 Uhr. Senioren verunglücken häufiger als Seniorinnen, letztere oft als Fußgängerinnen.